Bewusster Genuss – was das für uns wirklich bedeutet
- Laura Österreicher

- 21. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Jan.
Bewusster Genuss ist ein Begriff, der in den letzten Jahren oft verwendet wird.
Manchmal so oft, dass er an Schärfe verliert.
Für uns ist bewusster Genuss kein Trend.
Und auch kein moralisches Konzept.
Er ist eine Haltung.
Eine Art, mit Dingen umzugehen, die uns wichtig sind
mit Zeit, mit Lebensmitteln, mit Wein.

Genuss beginnt mit Aufmerksamkeit
Bewusst genießen heißt für uns nicht, alles zu hinterfragen.
Sondern etwas wirklich wahrzunehmen.
Ein Glas Wein nicht nebenbei zu trinken.
Nicht zwischen zwei Terminen.
Nicht als Hintergrundrauschen.
Sondern sich einen Moment zu nehmen:
für die Farbe im Glas
für den Duft
für das erste Schlucken
für das Gefühl danach
Genuss beginnt dort, wo Aufmerksamkeit entsteht.
Weniger ist nicht das Ziel – Klarheit schon
Bewusster Genuss wird oft mit Verzicht verwechselt.
Mit Regeln. Mit „darf ich noch“.
So verstehen wir ihn nicht.
Es geht nicht darum, weniger zu genießen.
Sondern klarer.
Ein gutes Glas Wein kann erfüllender sein als mehrere, die man kaum wahrnimmt.
Nicht, weil weniger besser ist, sondern weil es bewusster ist.
Und manchmal bedeutet bewusster Genuss auch,
sich gegen ein Glas Wein zu entscheiden.
Auch das ist Teil der Freiheit.

Wein ist Kultur, kein Konsumgut
Für uns ist Wein kein Produkt für zwischendurch.
Er ist Teil einer Kultur, die über Jahrhunderte gewachsen ist.
Wein erzählt von:
Herkunft
Handwerk
Jahreszeiten
Entscheidungen im Weingarten und im Keller
Er ist kein Mittel zum Zweck.
Er braucht keinen Anlass.
Und keine Rechtfertigung.
Gerade deshalb glauben wir:
Je mehr wir Wein als Kulturgut begreifen,
desto bewusster gehen wir mit ihm um.

Leichtigkeit entsteht nicht durch Weglassen
In unserer Arbeit erleben wir oft, dass Leichtigkeit mit Reduktion gleichgesetzt wird.
Weniger Alkohol. Weniger Geschmack. Weniger Charakter.
Für uns entsteht Leichtigkeit anders.
Sie beginnt im Weingarten.
Mit Entscheidungen, die früh getroffen werden.
Mit Reifezeit. Mit Geduld. Mit Gefühl.
Ein leichter Wein ist nicht leer.
Er ist klar.
Er trägt Frische, Aromatik und Trinkfluss in sich,
ohne laut zu sein.

Bewusst genießen heißt auch: Pausen zulassen
Ein Aspekt, über den selten gesprochen wird, gehört für uns unbedingt dazu:
Pausen.
Bewusster Genuss heißt nicht, jeden Moment mit Genuss zu füllen.
Sondern auch Raum zu lassen.
Zwischen zwei Gläsern.
Zwischen zwei Abenden.
Zwischen Phasen des Genießens.
Deshalb bieten wir neben Wein auch Alternativen an,die nicht versuchen, etwas zu ersetzen,
sondern eigenständig sind.
Traubensäfte, die aus hochwertigen Trauben entstehen.
Naturbelassen. Ehrlich.
Für Momente, in denen kein Alkohol genau richtig ist.

Bewusster Genuss ist etwas Persönliches
Jeder Mensch genießt anders.
Zu unterschiedlichen Zeiten.
Aus unterschiedlichen Gründen.
Was für die eine Person genau richtig ist,
muss es für die andere nicht sein.
Für uns heißt bewusster Genuss deshalb vor allem eines:
den eigenen Zugang zu finden.
Mal mit einem Glas Wein.
Mal mit einem Traubensaft.
Mal ganz ohne.
Ohne Erklärungen.
Ohne Rechtfertigung.
Ohne Vergleich.

Unser Zugang zu bewusstem Genuss
Für uns bedeutet bewusster Genuss:
Wein als das zu sehen, was er ist
ihn wertzuschätzen
ihn nicht zu instrumentalisieren
Wein darf leicht sein.
Er darf Freude machen.
Er darf begleiten.
Und er darf auch einmal fehlen.
Bewusster Genuss ist kein Konzept.
Er ist eine Entscheidung – jeden Tag aufs Neue.



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